Stadtecho Hennef -  KW49/2014

Marathon Untertage

BILD

Es gibt flache Marathonläufe und auch solche, die einen in große Höhen führen. Wer es jedoch unter der Erde versuchen will, muss sich nach Erfurt zum weltweit einzigen Marathon begeben, der in einem Bergwerksschacht 700 Meter unter der Erdoberfläche stattfindet.

Diese Vorstellung alleine wäre schon beeindruckend genug, kämen nicht noch die puren klimatischen und streckentechnischen Fakten hinzu: 12 Runden à 3,51 km, 1000 Höhenmeter, 28.9 Grad "Außentemperatur", trockene und extrem salzhaltige Luft. Nicht gerade Traumbedingungen, doch für 500 Starter ein nicht zu verpassendes Ereignis.

Michael Armbrust und Frank Stiltz nahmen an diesem Erlebnis teil und waren sich am Ende einig, dass es "der härteste Marathon ihres Lebens" war! Alleine die rund 800 Meter lange Steigung zog einem mit jeder Runde zunehmend die Kraft aus den Beinen. Nicht umsonst haben die Veranstalter eine maximale Durchgangszeit von 2:45 h für die halbe Distanz gesetzt.

Das Ergebnis war für Michael und Frank von Vornherein zweitrangig, was sich schon in dem einzigartigen Laufoutfit der Beiden dokumentierte, die hierfür Anerkennung und Lob von Mitläufern wie Veranstalter erhielten. Dennoch erwiesen sich die Bedingungen auch bei vergleichsweise niedrigem Lauftempo als erbarmungslos, so dass die beiden Hennefer am Ende erschöpft aber glücklich nach fast 6 Stunden das Licht der Welt wieder erblickten.

Zum Leidwesen der zahlreichen Anhänger dieses Laufs wird es im nächsten Jahr vermutlich keine Neuauflage geben, da der angrenzende Bergbau einen Teil der Strecke unpassierbar machen wird. Eine Verkürzung der Laufrunde wäre eine Möglichkeit, doch eine Entscheidung steht noch aus.

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